Zusätzlicher Impfstoff für Baden-Württemberg

Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha: „Wir geben die Zusatzlieferung des Bundes nach transparenten Kriterien gezielt an bestimmte Stadt- und Landkreise / Die acht Kreise mit den niedrigsten Impfquoten können ihre Impfquoten damit deutlich voranbringen / Weitere Kreise erhalten zusätzliche Dosen an-hand Bevölkerungszahl oder Inzidenz“

Das Land Baden-Württemberg erhält im Juni zusätzliche Dosen zur Impfung ge-gen COVID-19. Noch in dieser Woche können 57.000 Impfdosen des Herstellers AstraZeneca verteilt werden. Der Grund für diese Zusatzlieferung ist, dass sei-tens der Hausärzte nach Pfingsten Kontingente des Impfstoffs von AstraZeneca nicht vollständig abgerufen wurden, die Baden-Württemberg zugestanden hät-ten. Das Land verteilt die zusätzlichen Impfdosen anhand der beim Impfgipfel festgelegten Kriterien an ausgewählte Stadt- bzw. Landkreise. Zusätzliche Impf-dosen erhalten somit die acht Stadt- und Landkreise mit den niedrigsten Impf-quoten. Auch die drei bevölkerungsreichsten Kreise, die jeweils nur über ein Kreisimpfzentrum (KIZ) und kein Zentrales Impfzentrum (ZIZ) verfügen, werden mit zusätzlichen Dosen versorgt. Drei weitere Kreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 35, die in keine der beiden vorgenannten Gruppen fallen, erhalten ebenfalls zusätzliche Dosen.

„Während in manchen Kreisen schon mehr als die Hälfte der Bevölkerung erst-geimpft ist, bewegen sich einzelne noch unterhalb der oder rund um die 40-Prozent-Marke. Das wollen wir gemeinsam mit den betroffenen Stadt- und Landkrei-sen ändern. Mit den zusätzlichen Impfdosen ermöglichen wir es den Kreisen mit den niedrigsten Impfquoten, ihre Quote anzuheben und näher an den Landesdurchschnitt zu bringen“, sagte Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha am Dienstag (15. Juni) in Stuttgart. In einem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der acht Kreise mit den niedrigsten Impfquoten unter Leitung von Amtschef Dr. Uwe Lahl habe man sich heute Mittag darauf geeinigt, dass die

Impfdosen ganz gezielt an Bewohnerinnen und Bewohner aus dem jeweiligen Kreis verimpft werden sollen. Das wichtigste Mittel dafür seien Einsätze von Mobilen Impfteams (MIT) in sozial benachteiligten Stadtvierteln und Quartieren, so der Minister weiter. Lucha: „Es ist klar: Die Ursachen für die Unterschiede bei den Impfquoten sind vielfältig. Bevölkerungszahl, Impfstoffmengen, die Frage, ob ein Zentrales Impfzentrum im Stadt- oder Landkreis liegt, sowie die Entfernung zum nächsten Impfzentrum sind für sich genommen keine Indikatoren, um die Unterschiede abschließend zu erklären. Die zusätzlichen Impfdosen des Bundes geben uns als Land und den jeweiligen Kreisen die Möglichkeit, gezielt mit eigenen Aktionen vor Ort nachzusteuern. Dank der zusätzlichen Impfdosen erfährt unsere Impfkampagne einen deutlichen Schub, und die Impfquoten lassen sich in den Kreisen mit derzeit noch niedrigeren Quoten zum Teil signifikant erhöhen.“

Verteilung der zusätzlichen Lieferungen nach Bevölkerungszahlen, Impfquoten und Inzidenz

40.000 der zusätzlichen Impfdosen werden an die acht Kreise verteilt, die derzeit noch am deutlichsten unterhalb des Landesdurchschnitts liegen (Stadtkreis Pforzheim, Stadtkreis Heilbronn, Landkreis Calw, Landkreis Freudenstadt, Land-kreis Heidenheim, Landkreis Sigmaringen, Landkreis Tuttlingen, Landkreis Waldshut). Um die Details zu besprechen, hatte das Ministerium am Dienstag Vertreterinnen und Vertreter der acht Kreise und der jeweiligen Impfzentren zum digitalen Gespräch geladen. „Wir befinden uns in einem konstruktiven Austausch. Unser gemeinsames Ziel ist es, das Impfen im ganzen Land voran zu bringen. Die Zusatzdosen sollen gezielt den Bewohnerinnen und Bewohnern der jeweiligen Kreise zugutekommen. Das stellen wir im guten Austausch gemeinsam sicher, und haben uns im Gespräch auf verschiedene Maßnahmen dafür verständigt. Eine Möglichkeit sind Impftage mit den Mobilen Impfteams direkt vor Ort, etwa in sozial benachteiligten Stadtvierteln und Quartieren“, erläuterte Minis-ter Lucha.

Auch die Kreisimpfzentren der drei bevölkerungsreichsten Landkreise, die jeweils nur über ein KIZ und kein ZIZ im Landkreis verfügen, werden mit zusätzlichen Dosen versorgt (Rems-Murr-Kreis, Landkreis Böblingen, Landkreis Heil-bronn). Drei weitere Landkreise, deren 7-Tage-Inzidenz noch über 35 liegt, und die in keine der beiden vorgenannten Gruppen fallen (Schwarzwald-Baar-Kreis, Landkreis Rottweil, Landkreis Biberach), erhalten ebenfalls zusätzliche Dosen. In einem Anschreiben des Ministeriums wurden sie am Dienstag über die zusätzlichen Dosen und die Möglichkeit informiert, diese etwa über MIT-Einsätze in Stadtvierteln und Quartieren gezielt im Landkreis zu verimpfen.

Hintergrundinformationen:

Aktuelle Impfstatistik nach Landkreisen https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/in-tern/downloads/Downloads_Gesundheitsschutz/Corona_Gesamtzahl-Impfun-gen-Landkreise-BW.pdf

Verteilung der Zusatzlieferungen auf die KIZ der acht Stadt- bzw. Landkreise anhand der Impfquote:

– Stadtkreis Pforzheim erhält 10.000 Impfdosen

– Stadtkreis Heilbronn erhält 6.000 Impfdosen

– Landkreis Calw erhält 4.000 Impfdosen

– Landkreis Freudenstadt erhält 4.000 Impfdosen

– Landkreis Heidenheim erhält 4.000 Impfdosen

– Landkreis Sigmaringen erhält 4.000 Impfdosen

– Landkreis Tuttlingen erhält 4.000 Impfdosen

– Landkreis Waldshut erhält 4.000 Impfdosen

Verteilung der Zusatzlieferungen auf die KIZ der Kreise anhand der Bevölkerungszahl:

– Rems-Murr-Kreis erhält 4.000 Impfdosen

– Landkreis Böblingen erhält 3.700 Impfdosen

– Landkreis Heilbronn erhält 3.300 Impfdosen

Verteilung der Zusatzlieferungen an die KIZ der Kreise mit hoher Inzidenz (über 35 im 7-Tage-Schnitt), die noch nicht bei Impfquote oder EW-Zahl berücksichtigt sind:

– Schwarzwald-Baar-Kreis erhält 2.500 Impfdosen

– Landkreis Rottweil erhält 1.800 Impfdosen

– Landkreis Biberach erhält 1.700 Impfdosen