Absetzgelände Haiterbach ist vom Tisch

Eine gute Nachricht für Herrenberg und das Gäu. Das Ersatzgelände der Bundeswehr soll in der Staatsdomäne Waldhof angesiedelt werden. Der Standort Haiterbach ist damit vom Tisch.  

Mit der heute getroffenen Entscheidung, das Ersatzgelände in Waldhof in den Blick zu nehmen, wird das Verfahren zu Haiterbach/Nagold nicht weiterverfolgt. Der Landtagsabgeordnete Seimer (GRÜNE) hat sich schon im vergangen Sommer wegen dieser Thematik mit einem Abgeordnetenbrief an die Landesregierung gewandt. „Für mich hat es oberste Priorität, dass das notwendige Ersatzgelände ohne hoheitliche Maßnahmen eingerichtet werden kann, denn der ursprüngliche Standort in Malmsheim wurde vom ehemaligen Ministerpräsidenten Mappus zivilrechtlich verkauft. Beim Standort Waldhof wäre dies der Fall,“ so Seimer.  

Hintergrund:   

An dem bislang ins Auge gefassten Standort in Haiterbach, der insbesondere aufgrund seiner Nähe zum Bundeswehr-Standort in Calw Vorteile hatte, wurde während des Verfahrens deutlich, dass keine zeitnahe Realisierung eines Ersatzgeländes möglich wäre. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer wollten ihre Grundstücke nicht verkaufen. Die erforderlichen Flächen hätten deshalb nur mittels Enteignungen beschafft werden können. Der örtliche Landtagsabgeordnete Seimer hat früh deutlich gemacht, dass das nur eine absolute Ultima Ratio sein könnte. Der nun gewählte Standort in Waldhof befindet sich vollständig im Landeseigentum, weshalb auch kein Ankauf von Grundstücken erforderlich ist.  

Ein Ersatzgelände für die Bundeswehr ist notwendig geworden nachdem der Robert Bosch GmbH vertraglich zugesagt wurde, dass sie ihr Forschungs- und Entwicklungszentrum in Renningen-Malmsheim auf die bisher von der Bundeswehr genutzte Fläche erweitern können.  

Die Landesregierung verfolgt das Ziel bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, sowie die Automobilindustrie bei der Transformation zu unterstützen und im Land zu halten. Gleichzeitig ist die Landesregierung auch dafür verantwortlich die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr zu unterstützen.  

In enger Abstimmung mit den betroffenen Landkreisen und Kommunen wird die Landesregierung die Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Sachstand informieren und mit ihnen in den Dialog treten, um das Vorhaben zu erörtern und Fragen zu klären. Im Zusammenhang mit dem Vorhaben lassen sich dabei auch positive Entwicklungsmöglichkeiten für die Region diskutieren. Eine erste virtuelle Informationsveranstaltung soll zeitnah im März 2022 stattfinden.