28. November 2025 – CumEx- und CumCum-Geschäfte gehören zu den größten Steuerraubfällen in der Geschichte der Bundesrepublik. Mindestens 38 Milliarden Euro Steuergelder wurden der Allgemeinheit entzogen – und bis heute ist nur ein Bruchteil davon zurückgeholt worden. Allein bei den CumCum-Geschäften stehen rund 28 Milliarden Euro im Raum, von denen bislang nicht einmal ein Prozent zurückgefordert wurde.
Diese Dimension wirft zentrale Fragen auf: Wie konnte dieser Steuerraub über Jahre hinweg möglich sein? Warum blieb er so lange unentdeckt? Und warum tut sich der Staat bis heute so schwer mit der konsequenten Aufarbeitung?
Gerade deshalb ist politische Wachsamkeit entscheidend. Umso problematischer war es, dass im Jahr 2024 im Rahmen eines Bürokratieentlastungsgesetzes die Aufbewahrungsfristen für steuerlich relevante Belege verkürzt wurden – also genau für mögliche Beweismittel. Dass diese Entscheidung auf Druck der Grünen im Bund wieder zurückgenommen wurde und der Bundestag am 13. November 2025 die Korrektur beschlossen hat, war richtig und notwendig. Der Vorgang zeigt aber auch: Aufklärung und politischer Druck bleiben unerlässlich.
Vor diesem Hintergrund hat sich eine arbeitskreisübergreifende AG „CumEx“ der Grünen in Freiburg über mehrere Monate intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ziel war es, Aufklärung zu leisten – verständlich, transparent und im direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern.
Am 7. November 2025 konnten wir in der Aula der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule rund 120 Gäste zu einer öffentlichen Veranstaltung begrüßen. Mit dabei waren drei ausgewiesene Expert*innen:
Marieke Einbrodt (Finanzwende e.V.), Prof. Dr. Eckart Seith (Rechtsanwalt und CumEx-Aufklärer) und ich selbst als ehemaliger Steuerfahnder und steuerpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion.
Nach einem sehr anschaulichen Impulsvortrag von Marieke Einbrodt diskutierten wir gemeinsam über die Strukturen der Geschäfte, die beteiligten Akteure und die massiven Herausforderungen für Politik und Strafverfolgungsbehörden. Ein Punkt war uns allen besonders wichtig: CumEx und CumCum waren keine „Steueroptimierung“, sondern organisierte Kriminalität. Das gegenteilige Narrativ ist das Ergebnis einer finanzstarken Lobby, die gezielt verharmlost und verschleiert.
Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und wird auch über Social Media weiterverbreitet. Denn klar ist: Steuergerechtigkeit bleibt ein zentrales politisches Thema. Nur ein gerechtes, transparentes und akzeptiertes Steuersystem kann solchen Betrugsmodellen dauerhaft den Boden entziehen.
Mein Dank gilt den beteiligten Expertinnen, den vielen engagierten Helferinnen der Grünen in Freiburg und allen Gästen des Abends. Die AG CumEx hofft, mit dieser Veranstaltung einen wichtigen Impuls gesetzt zu haben – für mehr Aufklärung, mehr Gerechtigkeit und eine konsequentere Verfolgung von Finanzkriminalität.