9. November 2025 – Wenn man in den Gewerbepark Lindenberg einfährt, dann wirkt das Betriebsgebäude der Firma PlasmaAir AG eher unspektakulär. In 25 Jahren ist sie auf 26 Mitarbeiter angewachsen. Das spricht für Ihren Erfolg!
„We make Carbon circular! – Wir führen Kohlenstoff im Kreislauf.“ gibt das Motto der High-Tech Schmiede am besten wieder. Seit ca. vier Jahren liegt der Schwerpunkt bei Technologien zum Klimaschutz und zur Energiewende. Grund genug für den Landtagsabgeordneten von Bündnis90/ Die Grünen Peter Seimer und fünf Mitglieder des OV Weil der Stadt dieser innovativen Firma Ende Oktober einen Besuch abzustatten.
Dr. Bernd Glocker, der Geschäftsführer der PlamaAir AG, erklärte den Gästen zuerst die Produkte und Dienstleistungen der Firma. Statt Kohlenstoff-haltige Verbindungen in die Umluft zu entlassen, filtert man sie heraus und wandelt sie in wiederverwendbare Rohstoffe. Die Reinigung von Abluft (u.a. die Lösungen für Batterieprüfstände, Biofilteranlage), der Einsatz der Plasma-Brenner-Systeme (u.a. Abluftreinigung in der Halbleiterindustrie, FCKW-Spaltung in der chemischen Industrie, Plasmaquellen zur Wasserstoffproduktion…) und der aktuelle Stand in der Forschung und Entwicklung waren dabei die zentralen Themen. In der internationalen Zusammenarbeit mit Universitäten und Unternehmen drückt sich die hohe Bedeutung der Innovationen aus dem kleinen Teilort Hausen aus. Mit Strom-basierter Plasma-Technologie lassen sich Erdgas-befeuerte Hochtemperatur-Anlagen ersetzen. Das reduziert Kohlendioxid-Ausstoß und Energiekosten. Um die Erderwärmung zu begrenzen, muss CO2 in großem Umfang aus der Atmosphäre aktiv entfernt werden, z.B. durch Plasma-Technologie. Anschließend kann es als Rohstoff für erneuerbare chemische und technische Produkte und Anwendungen genutzt bzw. dauerhaft gespeichert werden.
Der anschließende Rundgang durch das Firmengebäude gab einen noch tieferen Einblick in die Arbeit der Firma und öffnete den Gästen die Möglichkeit, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Die darauffolgende Diskussion zwischen Wirtschaft und Politik war hochinteressant. Es ging um die Verunsicherung in der Förderlandschaft für forschende Betriebe und die Energiewirtschaft nach dem Regierungswechsel. Peter Seimer wies in diesem Zusammenhang auf die „Entlastungsallianz“ hin, die durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf den Weg gebracht worden sei. Aus der Praxis kamen konkrete Beispiele zur Bürokratie auf den Tisch, die dem Mittelstand das Leben oft sehr schwierig machen. Dass die Anerkennung von Führerscheinen aus anderen Ländern oft so schwierig ist und sehr lange dauert, nannte Christine Glocker als ganz konkretes Problem im Personalbereich, das die Arbeitsabläufe der Firma extrem hemmt. Ähnliches erlebe man leider auch bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen. Warum sollte ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter einstellen wollen, wenn er nicht überzeugende Qualifikationen vorgelegt hätte?
Aus kommunalpolitischen Gründen sehr interessant ist das neue Projekt, dass das Ehepaar Glocker auf dem Gelände des TSV Hausen anstoßen möchte: nämlich den Bau eines Cricket-Feldes. Für die Realisierung dieses Projektes, das Deutsche und Nicht-Deutsche zusammenbringen soll, werden noch Fördergelder benötigt. Eine Vorstellung des Konzeptes im städtischen Finanz- und Verwaltungsausschuss gab es schon.
Peter Seimer und die anwesenden Grünen-Mitglieder bedankten sich herzlich beim Ehepaar Glocker und der Mitarbeiterin Frau Marienfeld für die informativen und interessanten Gespräche, die letztlich mehr als eine Stunde länger dauerten als geplant.
Fazit: Wir wollen sehr gerne im Austausch bleiben…!